Das Thema Mobile Payment ist in aller Munde. Alle einschlägigen Medien beschäftigen sich mit diesem Kanal. Massen von Veranstaltungen, Artikel, Meinungen prägen zurzeit die Paymentlandschaft. Wenn man das entsprechende Suchwort bei Google eingibt, erhält man eine überschaubare Zahl von 23.800.000 Treffern zu diesem Thema. Aber worüber reden wir überhaupt, wenn wir über Mobile Payment oder M-Commerce sprechen? Und welche Bedeutung hat es für die Paymentindustrie?
Definition von Mobile Payments
Mobile Payments teilen sich in folgende Bereiche auf:
- Mobile Person-to-Person (P2P) Zahlungen: Nutzung eines mobilen Endgeräts für den direkten Geldtransferzwischen zwei privaten Nutzern, z.B. PayPal Bump.
- Mobile Payments: Nutzung eines mobilen Endgeräts zur Zahlung von Waren und Dienstleistungen. Mobile Payments können P2P-Transaktionen oder Transaktionen zwischen Händler und Privatkunde (Debit oder Credit) sein. Man unterscheidet hierbei zwischen:
- Mobile Proximity Payments, bei denen das mobile Endgerät auf kurze Distanz mit einem POS-Terminal (z.B. über NFC-Near Field Communication) kommuniziert
- Mobile Remote Payments, bei denen das mobile Endgerät zur Abwicklung von Internet-Zahlungen genutzt wird
- Mobile Banking: Nutzung eines mobilen Endgeräts zur Abwicklung von Transaktionen zwischen Bankkunde und Bank, z. B. Kontostandsabfragen oder Überweisungen
- Mobile Commerce: Die Abwicklung von Zahlungen in mobilen E-Commerce-Shops (z.B. über Browser oder App)
So zahlt die nächste Generation
Mobile Payments werden in erster Linie das Bezahlen am POS betreffen. Die (Kredit-) Karte, wird dabei durch einen anderen Träger/Device ersetzt: das Mobiltelefon bzw. Smartphone. Smartphones erfreuen sich gerade durch die vielen möglichen Mehrwertdienste (E-Mail, Foto, Film, Soziale Communities, Apps….) großer Beliebheit. Reines Telefonieren wird zur Nebensache. In Deutschland liegt die Smartphone-Penetration bei ca. 30% mit stark steigender Tendenz – Steigerungsraten von 10% und mehr pro Jahr werden prognostiziert. Bei rund 111 Mio. Mobilfunkverträgen sprechen wir also jetzt schon von einem Potenzial von ca. 33 Mio. Konsumenten.
Die „Luftschnittstelle“ also der kontaktlose Übertragungsweg wird aus jetziger Sicht – aufgrund der aktuellen Entwicklungen (Google bringt das Google Handy mit NFC, Apple sichert sich mehrere NFC Patente) – der Standard sein. Dies kann sowohl NFC, Bluetooth oder GSM sein, wobei es danach aussieht, als würde sich NFC durchsetzen. Dafür spricht auch, dass die Grundlagen für die nötige Infrastruktur auf der Akzeptanzseite bereits mit EMV und den Kontaktlos-Technologien Visa payWave sowie MasterCard PayPass geschaffen sind. Wir sprechen also hier von Mobile Proximity Payments. Wie so oft bei neuen Entwicklungen, scheitert die zügige Weiterentwicklung zur Zeit an der „Henne-Ei-Thematik“ – zu wenige Akzeptanzstellen versus zu wenig Zahlmittel.
Die drei wichtigsten Einflussfaktoren auf die Konsumentenakzeptanz
Umfragen haben ergeben, dass für den Konsumenten die Sicherheit einer Zahlmethode an erster Stelle steht. In diesem Zusammenhang ist nicht nur Schutz vor Manipulation/Missbrauch gemeint sondern auch der Datenschutz. Eine neue, alternative Zahlmethode muss also, um sich am Markt durchsetzen zu können, von einem vertrauenswürdigen Anbieter angeboten werden. Dicht gefolgt vom Vertrauen in das Brand, steht der empfundene Nutzen der Zahlmethode. Die Idealvorstellung ist hier: everywhere, everytime, everything. Ein Dritter und nicht zu unterschätzender Einflussfaktor auf die Konsumentenakzeptanz ist die „Coolness“ eines Zahlverfahrens.
Wie stellt sich der Markt auf?
Neben den bereits etablierten Playern im Paymentmarkt interessieren sich zunehmend große internetaffine Unternehmen wie z.B. Apple oder Google für das mobile Bezahlen, da sie bereits über strategisch wichtige Grundlagen verfügen. Diese Unternehmen erfüllen durch ihre bestehende Wertschöpfungskette, nahezu alle relevanten Kriterien, die für die Umsetzung einer mobilen Bezahllösung notwendig sind. Eines ist klar, dass das Thema Mobile Payment den Markt ändern wird! Nicht heute, auch nicht morgen, aber spätestens übermorgen. Ist es wirklich sinnvoll, dass jeder mögliche Zahlungsdienstleister sein eigenes Süppchen kocht?! Nein, zielführend kann nur sein, wenn alle Beteiligten im bargeldlosen Zahlungsverkehr noch stärker zusammenarbeiten. Nur so kann ein für Händler, Konsumenten und Anbieter sinnvolles und gewinnbringendes Zahlverfahren entstehen. Das mobile Bezahlen wird in Zukunft so selbstverständlich sein, wie heute die Nutzung von Sozialen Netzwerken á la Facebook, StudiVZ oder Xing. Die voranschreitende Entwicklung von Smartphones und Tablet PCs unterstützen diese rasante Entwicklung. Der Wettlauf um´s digitale Portemonnaie hat begonnen….




[...] neuen Lösungen des Bezahlens mit dem Handy sind auf dem Vormarsch. Nachdem im Jahre 2011 verschiedene Konzepte wie z.B. Google Wallet gestartet wurden, könnte 2012 auch der große Durchbruch [...]